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DIE VERWANDLUNG UND ANDERE ERZÄHLUNGEN

NACH FRANZ KAFKA
BESETZUNG
PS


„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.“ So beginnt eine der merkwürdigsten Erzählungen des 20. Jahrhunderts. Eine „ausnehmend ekelhafte Geschichte“ hatte Franz Kafka seine 1912 geschriebene Erzählung genannt, wohl nicht ahnend, dass Gregor Samsa zum berühmtesten Insekt der Weltliteratur avancieren sollte. Ausgehend von »Die Verwandlung« komponiert Antonio Latella einen Theaterabend aus weiteren berühmten und weniger berühmten Texten Kafkas – darunter »In der Strafkolonie«, »Das Urteil«, aus den Tagebüchern und Oktavheften. „Die Erzählung »Die Verwandlung« wird Ausgangspunkt für eine Arbeit über das Nicht-Wissen und die Unfähigkeit, sich selbst zu erkennen. Die Metamorphose, die mich interessiert, liegt in der Bewegung. Sie geschieht auch für alle, die Samsa umgeben, die sich angesichts seiner Krankheit verändern, indem sie sich in die monströsesten Gebiete des menschlichen Seins hinablassen.“ (Antonio Latella)


Pressestimmen:

„In Latellas kraftvoller Inszenierung geraten Sätze ebenso ins Tanzen wie Körper. Grandios ist die physische Präsenz der Schauspieler. Meist fasziniert das Unerwartete seines kaltkomischen Totentanzes. So konfrontiert auch Latella immer wieder mit verstörendem Anti-Sinn, der jede erlösende Erklärung verweigert. Ein Chaos Kafka, ein bisschen verpunked und mutig.“
(Nicole Strecker, WDR)

„So wie die Grenzen zwischen den Charakteren und Rollen fließend bleiben, wechselt Latella auch zwischen den Texten. Dramaturgisch virtuos verschränken sich Motive aus der „Verwandlung“, der „Strafkolonie“, dem „Urteil“ und „Vor dem Gesetz“ mit Tagebucheinträgen und Kafkas bitterem Brief an den Vater, bis sie zu einem einzigen, vielschichtigen Porträt eines großen Künstlers und gepeinigten Menschen werden. Ein absurder, tragischer und anstrengender Ideenrausch, der weniger der Werktreue verpflichtet ist denn mutiger Eigeninterpretation. Eine Inszenierung, die polarisiert. Was die Schauspieler hier auf kleinstem Raum vollbringen, physisch, stimmlich und mimisch – es ist zweifellos großartig.“
(Jessica Düster, Kölner Stadt-Anzeiger)

„Latella setzt alle Mittel seiner hoch musikalischen und enorm körperlichen Theaterkunst ein.… Mit virtuoser Perfektion und höchstem Körpereinsatz absolvieren Simon Eckert, Torsten Peter Schnick, Renato Schuch, Rosario Tedesco und Michael Weber das überlange Kafka-Exerzitium. Latellas Ringen um Kafka ist kraftvoll und scheitert doch grandios.“
(Regine Müller, nachtkritik.de)


„Keine Story, sondern Emotionen. Es geht um die Sklaverei des Lebens, um Abgründe, Alpträume, Merkwürdigkeiten.“
(Michael Bischoff, Bild)


„Anstatt Inhalte nachzubuchstabieren, sucht Latella nach Bildern, die Atmosphäre, Struktur und Sprache in Kafkas Werken nachspüren. Latella gelingt ein Bilderreigen mit mal kongenialen Einsichten, der oft rätselhaft bleibt.“
(Hans-Christoph Zimmermann, General-Anzeiger)




KOMMENTAR VERFASSEN

Friedhelm Thelen schrieb am 14. 4. 2010 um 01.00 Uhr

GEIL! Das ist echte SchauspielKUNST. Es ist (nur) ein Traum.

frau k. schrieb am 7. 1. 2010 um 23.19 Uhr

gedanken nach dem stück:
theater soll nicht nur unterhalten.
wohl niemand liest kafka zur unterhaltung.
theater - eine möglichkeit, unsere gedanken zu fesseln und herauszufordern in einer welt, in der das seichte, bequeme allgegenwärtig ist.
leiden, trauer, wahnsinn - unbequeme gefühle, die zum leben dazugehören - die ins bewusstsein eines jeden menschen gehören.
eine sehr anregende und verstörende aufführung.
herr weber, Sie begeistern. und zwar immer wieder.

Tanja schrieb am 10. 12. 2009 um 00.33 Uhr

Die Inszenierung ist grandios und zeigt neben einer sehr interessanten Kafka-Interpretation vor allem alle Facetten der Schauspielkunst, Hut ab vor dieser sensationellen und vielseitigen schauspielerischen Leistung! Jede Minute der Vorstellung hat sich gelohnt! Danke!

Vega schrieb am 9. 12. 2009 um 23.44 Uhr


Meine Augen waren drei Stunden lang weit offen, meine Synapsen haben Funken gesprüht.

Kompliment & Danke.

Nelly schrieb am 9. 12. 2009 um 15.30 Uhr

Nach meinem Empfinden ist die Idee, die Schauspieler vor dem „Eisernen Vorhang“ spielen zu lassen, geradezu passend. Genau dieser Platzmangel spiegelt die düstere Stimmung in Kafkas Texten wider - nämlich die bedrückende räumliche und seeliche Enge.
Ich denke, man soll hier kein Theaterspiel im traditionellen Sinne erwarten und genau das ist so toll und spannend!!!
Es geht weniger um ein aktives Geschehen, sondern vielmehr um das subjektive, niedergeschriebene Erlebte des Autors. Ein innerer Identitätskonflikt wird dargeboten und dessen einzige Lösung scheint die Verschriftlichung zu sein, denn alles ist vergänglich- die Bürokratie und Gesetze, Kafkas langweilige Arbeit, sein „starker“ Vater und auch Kafka selbst. Nur die Schrift lebt selbstständig weiter. Sie lässt sich immer wieder verwandeln, aber nicht durch den Autor, sondern durch den Rezipienten.
In diesen Metamorphosen vom Gedankengang zum Text und vom Text zum Schauspiel findet es eine Interaktion zwischen Autor, Regisseur, Darsteller und Zuschauer statt. So habe ich mich als Teil dieses Stückes gefühlt und konnte meiner Fantasie freien Lauf lassen.

Für mich war das auch vielleicht nicht so spaßiger Theaterabend, jedoch sehr sinnreich und gefühlsbeladen.

Kölnerin schrieb am 7. 12. 2009 um 17.49 Uhr

Ich fand die Aufführung außergewöhnlich anstrengend und "verkopft". Den ersten Teil fand ich noch interessant und sogar witzig und die Leistungen der Darsteller sind wirklich unglaublich. Aber dann ging mein Interesse zunehmend verloren, denn was dann folgt, wäre besser als Hörspiel geeignet. Hier geht mir der Spaß am "sinnlichen,fühlbaren" Theater verloren und mehr und mehr fühlte ich mich wie in der Schule.Ist es wirklich eine gute Idee, ein Stück nur vor dem Eisernen Vorhang spielen zu lassen? Die Einfälle des Regisseurs mögen ja hoch intellektuell sein, aber sie verletzen eine wichtige Regel: "Du sollst nicht langweilen."

Nelly schrieb am 5. 12. 2009 um 01.35 Uhr

Ein hervorragendes Stück, das den Inhalt der Erzählungen auf eine äußerst originelle Art und Weise wiedergibt und verbindet. Auch die visuelle Umsetzung von den ausgefallenen Gefühlszuständen und Denkvorgängen Kafkas Protagonisten finde ich sehr gelungen.
Obwohl einzelne Szenen ziemlich lang geraten waren, bewirkten sie keineswegs Langeweile. Besonders (aber nicht nur!!!) an diesen Stellen kam die großartige Leistung der Schauspieler zum Vorschein.
Und noch einmal ¬ virtueller Applaus für dieses Schauspiel!

Kristina schrieb am 3. 12. 2009 um 01.10 Uhr

Geniale Regie, geniale Dramaturgie, geniale Kostüme, geniale Performance!
Die Schauspieler erreichen unglaubliche Dimensionen des Menschlichen und Übermenschlichen mit vollem Körper- und Geisteseinsatz auf der Bühne.
Die Tiefe der menschlichen Seele mit allen ihren Absurditäten und Kuriositäten wird vor dem Publikum in einem Grotesktanz der Charaktere entblößt. Das Stück provoziert, reizt die Sinne und kommt wie ein schreiender Protest gegen die zwingenden Normen des Alltags an.
Es schwebt so viel Inspiration und Leidenschaft in der Luft, dass es fast unerträglich wird die enorme Kraft der Kunst auf sich wirken zu lassen! Alle Achtung!

Milen Damyanov schrieb am 1. 12. 2009 um 17.09 Uhr

Definitiv eins der besten Stücke, die ich jemals gesehen habe!!!
Die Schauspeler sind unglaublich talentiert!!!!
Ich habe mir diese außergewöhnlich gute Aufführung zwei Mal angeschaut und werde es bald noch einmal genießen!!! Danke!!!!

Dr.Schumann Gottfried schrieb am 31. 10. 2009 um 21.40 Uhr

Zur Premiere der Verwandlung am 30.10.2009:
Beeindruckende, ausdrucksstarke Inszenierung von Kaffkas bizarren Gedankengängen durch außerordentlich geistvolle und gekonnte Szenen, die den Textinhalt eindrucksvoll ergänzen. Herzlichen Glückwunsch !




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