SUSE WÄCHTER
Ein Hysterienspiel mit Puppen
Nach dem großen Erfolg in der letzten Spielzeit, kehren die »Helden des 20. Jahrhunderts« nach Köln zurück.
Geschichte wird von Hand betrieben. Dazu gibt es Helden. Helden unterscheiden sich von den Massen dadurch, dass sie zur rechten Zeit am rechten Ort sind, wohingegen Heilige zumeist an zwei Orten zugleich sein müssen und Massen sich normalerweise dort aufhalten, wo es etwas umsonst gibt. Helden verkörpern Ideen. Freud, Marx und Darwin zum Beispiel, die Überväter des zwanzigsten Jahrhunderts. Und an diesem Abend trifft Freud auf Hitler, Marilyn auf Mao, Ghandi auf Gagarin und Trotzki auf Theresa (Mutter). Ein Porträt des 20. Jahrhunderts, ein aberwitziges Treffen seiner Ikonen, die als Puppen wieder auferstehen im Maßstab eins zu drei mit bustrophoner Livemusik.
Laut den Mitautoren Jürgen Kuttner und Stefan Schwarz endet jeder Versuch, dieses Jahrhundert zu beschreiben, in eklektischreflexionslos zusammengenagelter Willkür; aber einer muss es ja tun. Die »Helden des 20. Jahrhunderts« klären auf. Endgültig. Suse Wächter betreibt mit den »Helden« Ahnenkult als aktive Geschichtsschreibung im Sinne Leopold von Rankes: „Ich aber behaupte: jede Epoche ist unmittelbar zu Gott, und ihr Wert beruht gar nicht auf dem, was aus ihr hervorgeht, sondern in ihrer Existenz selbst. Dadurch bekommt die Betrachtung der Historie, und zwar des individuellen Lebens in der Historie, einen ganz eigentümlichen Reiz, indem nun jede Epoche als etwas für sich Gültiges angesehen werden muss und der Betrachtung höchst würdig erscheint.“
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