Die Jugendlichen führen durch die Stadt und lassen den Zuschauer Köln durch ihre Augen, ihre Geschichten, ihre Lügen wahrnehmen. Spieler und Zuschauer werden zu Voyeuren der Stadt. Gemeinsam beobachten sie Verbrechen, Liaisons, Straßen, Zimmer, Plakate, Hotelhallen. Es gibt keine zusammenhängende Geschichte, die auf einen Helden ausgerichtet ist, sondern Lebensgeschichten der Städtebewohner, ob Mensch oder Tier, ob aus der Stadtchronik oder aus Mythen, aus den Gebäuden, Straßen, Vierteln. Die Figuren tauchen für einen Moment auf, um dann wieder im Lärm der Masse unterzugehen. Erzählt wird ein Panorama der Stadt, durch die Zeiten streifend, in einer losen Ansammlung von Geschichten über Liebe, Vergnügen, Bewegung, Recht-sprechung, Vergänglichkeit und Architektur. Fundstücke und Hinterlassenschaften, die unser Leben bestimmen, zeigen eine Stadt, die uns liebt, hofiert oder ausspeit, wir sind letztlich nebensächlich und unbedeutsam in ihrer Chronik.
Nachdem die Rebellen in der Spielzeit 2009/10 sich von J.W. Goethe und Helene Hegemann verfertigten Texten gewidmet haben, schreiben wir diese Spielzeit wieder selber: »Bau mir ein Haus ... « basiert auf heftigen, abseitigen und randständigen Recherchen, die uns in der ersten Hälfte der Spielzeit beschäftigen. Dabei kann alles zu Theatertext werden, ein altes Stück von Millowitsch, aber auch eine Todesanzeige im Stadtanzeiger, ein Werbetext von KölnTourismus, eine Verlautbarung der Diözese, ein Interview mit Ureinwohnern, vielleicht ein Lied: In den Winterferien wird an der Auswahl der Recherchen gearbeitet, um nach dem Jahreswechsel mit den Proben zu beginnen, die das gesammelte Material in eine Form bringen, die der Erzählweise des episodischen Films folgt. Die einzelnen, lose miteinander verbundenen Handlungsstränge entwickeln ein komplexes Geflecht – eine Haupthandlung im klassischen Sinne gibt es nicht.
Weil Verzettelung und Selbstüberforderung unsere grundsätzlichen Antriebskräfte sind, drehen wir auch weiter Filme als Umsetzung rebellischer Fantasien und präsentieren im Laufe der Spielzeit die Internetsoap vom letzten Jahr (die vielleicht noch ein Spielfilm wird). Bisher heißt sie KOMPLIZEN. Also brauchen wir nach wie vor nicht nur engagierte Spieler und Schreiber, sondern auch Musiker, Kameraleute, Cutter, Rebellen für Licht, Presse, Produktion oder Aufnahmeleitung.
Am Wochenende 18./19.09.2010 öffnen wir uns wieder für Interessierte. Überwindet die Trägheit! Verbreitet Eure Ansichten! Wenn Ihr nicht länger zusehen wollt. Besetzt Räume! Sendet Botschaften! Bedrängt die Stadt! Bildet Banden! Macht Euer Theater selbst! Kommt zu den Rheinischen Rebellen 2.0! Interessierte Jugendliche ohne Angst zwischen 17 und 25 bitte melden unter rr@schauspielkoeln.de.
Regelmäßige Teilnahme Vorraussetzung!
In Zusammenarbeit mit ((( rebell.tv ))) / blog.rebell.tv/rheinische-rebellen
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