SAMUEL BECKETT
STÜCK IN ZWEI AKTEN
„Becketts Stücke“, schreibt Peter Brook, „haben die Eigenart von Panzerwagen und Idioten – man kann sie beschießen, man kann sie mit Crèmetorten bewerfen: sie setzen ihren Weg gelassen fort.“ Die Uraufführung von »Warten auf Godot« am 5. Januar 1953 am Théatre de Babylone in Paris begründet bis heute Becketts Weltruhm. In seinem Werk findet das letzte Jahrhundert seinen Ausdruck: Endzeit, Aussichtslosigkeit und die Überzeugung von der Absurdität der menschlichen Existenz.
„Landstraße. Ein Baum. Abend.“ Wladimir und Estragon warten auf eine Person namens Godot, mit der sie eine Verabredung zu haben glauben. Pozzo erscheint mit seinem Knecht Lucky und lässt ihn Kunststücke vorführen. Ein Junge tritt auf und berichtet, Godot sei verhindert, werde aber sicher am folgenden Tag kommen. Sie alle stehen stellvertretend für die „ganze Menschheit“, wie es im Stück heißt. Und wie ein musikalisches Motiv fallen immer wieder die folgenden Sätze: „Komm, wir gehen. Wir können nicht. Warum nicht? Wir warten auf Godot. Ach ja.“
„Hätte ich gewusst, wer Godot ist“, schreibt Beckett, „ich hätte es im Stück gesagt.“ Sein Stück zielt auf das, was seine Figuren nicht aussprechen: auf Gott, auf Liebe, auf Tod. „Beckett“, schreibt Peter Brook, „verärgert die Leute stets durch seine Ehrlichkeit. Er fabriziert Objekte. Er führt sie uns vor. Was er vorführt, ist furchtbar. Weil es furchtbar ist, ist es auch komisch. Er zeigt, es gibt keinen Ausweg, und das ist natürlich irritierend, weil es tatsächlich keinen Ausweg gibt.“
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