
HENRIK IBSEN
Ein dramatisches Gedicht
BESETZUNG
Peer phantasiert. Mit Größenwahn und Lügen setzt er sich über die Vorstellungen der Mutter und einer kleinkarierten Umgebung hinweg und maßt sich die Welt an. Er will König, Kaiser werden. Am Hochzeitstag ent- und verführt er die reiche Bauerntochter Ingrid, lässt sie dann aber sitzen, weil er das Mädchen Solveig schöner und besser findet. Er flieht vor der wütenden Dorfgesellschaft in die Welt der Trolle. „Sei dir selbst genug“, sagen die und wollen ihm den schielenden Blick beibringen, doch gerade rechtzeitig kann er sich vor der Vereinigung mit der »Grünen«, der Tochter des Trollkönigs, zurück in die Arme von Solveig retten. Da taucht die Grüne in der Hütte der beiden auf und präsentiert Peer ein Kind, Ergebnis seiner „Gedankenbegier“. Peer verlässt Solveig, die Mutter stirbt in seinen Armen, und er tritt die Reise „außen herum“ an: In Afrika wird er Unternehmer und Prophet, in Amerika Goldgräber, Philosoph und Reeder, aus wechselnden Identitäten schlägt er Kapital. Kein Scheitern hält ihn auf. Endlich krönt man ihn im Irrenhaus von Kairo zum „Kaiser der Selbstsucht“. Doch ohne Kern ist dieses „Gyntsche Ich“, wie eine Zwiebel, die – Schicht um Schicht gehäutet – nur das Nichts freigibt.
»Peer Gynt« ist die Odyssee des modernen Menschen. Der Global-Player schafft sich in seinem Kopf eine Welt, die er für so wirklich hält, dass er darin lebt. Er selber ist er nie. Henrik Ibsen schrieb das von einem Volksmärchen inspirierte Stationendrama im selbstgewählten italienischen Exil. Der sogenannte nordische Faust ist Tragödie, Gesellschaftssatire und Mythos zugleich, eine Abrechnung des Dichters mit Selbstzufriedenheit und Engstirnigkeit. Das Nebeneinanderher von phantastischen, mythischen und historisch-realistischen Momenten, die Verkörperung innerer Kräfte in symbolischen Figuren und die psychologisch feine Auslotung der Charaktere ließ »Peer Gynt« zu einem Meilenstein des modernen Theaters werden.
KOMMENTAR VERFASSEN
Guido Lenné schrieb am 13. 3. 2009 um 16.31 Uhr
Auch die wenigen positiven Kommentare hier überraschen. Ein erschreckend großer Anteil der Zuschauer kam nach der Pause nicht wieder. Das Stück ist einfach schlecht. Es sollte abgesetzt werden. Ich wünschte der Vorhang, der sich zu Beginn der Aufführung zunächst nicht öffnete, wäre geschlossen geblieben.
Thomas Schinhofen schrieb am 16. 2. 2009 um 23.51 Uhr
Liebe Karin Beier,
vielen Dank für diesen tollen Abend und danke das es sich in unserer Stadt wieder lohnt ins Schauspielhaus zu gehen.
Ich komme wieder.
Uwe Haß schrieb am 21. 1. 2009 um 13.05 Uhr
Die Vielseitigkeit des Ensembles war beeindruckend. Wie sie von einem Augenblick auf den andern in neue Rollen schlüpften, von Alten zu Jungen wurden, war grandios. Auch fand ich Bühnenbild und musikalische Begleitung sehr gelungen. Sehr zu loben ist auch, dass in der Aufführung entgegen sonstiger Gewohnheit darauf verzichtet wurde die Bühne zu überschwemmen, mit Farben zu matschen oder mit Nudeln zu werfen. So war die gehörige Prise Verfremdung und Schrägheit gut zu ertragen. Als überflüssig empfand ich im ersten Teil die ausgiebigen und drastischen Kommentare zum Arbeitsalltag in Pflegeheimen, da Ibsens Stoff schon aus sich heraus wegen eigener Problemtiefe keiner solchen Aufpfropfung bedurfte. Weniger ist manchmal mehr. Unterm Strich war es aber durchaus ein gelungener Theaterabend
Candis Buvoir schrieb am 21. 1. 2009 um 01.35 Uhr
es ist schlimm, dass eine regisseurin sich heute noch traut, bärtige alte männer mit langhaarperücke und stöckelschuhen über die bühne tanzen zu lassen.
und es ist noch viel schlimmer, dass sich doch tatsächlich das halbe publikum dabei vor lachen in die hose pisst.
ansonsten: ein paar wenige gute einfälle, viel trash und noch mehr stinklangweilger nonsense.
Ute schrieb am 29. 12. 2008 um 09.59 Uhr
Ich bin eine aufgeschlossene Theatergängerin, immer offen für moderne Inszenierungen. Die Aufführung von Peer Gynt in Köln ist an Skurillität nicht zu übertreffen. Schlechtes Bühnenbild, makabre Kostüme und Trommeln, die das Ohr beleidigen. Möchte man hier H. Ibsen verhöhnen? Ich finde es respektlos, den "norwegischen Faust" zu verpöbeln. Kein Intendant hat das Recht und das Können, sich über ein Meisterwerk und einen Autoren zu stellen. Ein bisschen Anerkennung muss sein. Peer Gynt ist einfach kein Allerweltsmensch.
Kölnerin schrieb am 19. 12. 2008 um 12.40 Uhr
Bis zur Pause hatte die Inszenierung einige Längen, aber danach geht es richtig gut weiter.
Besonders die Szenen auf dem schwankenden Schiff fand ich beeindruckend und die "Frau in Schwarz" (die "Tödin"? oder ein Gespenst?) sehr beeindruckend. Michaal Wittenborn ist toll und beherrscht die Bühne. Das muss eine gewaltige Kraftanstrengung sein. Das übrige Ensemble ist jedoch auch sehr gut.
Muss jedoch gestehen, dass ich das Original noch nicht gelesen habe. Das muss ich schnell nachholen.
Sonja und Michael schrieb am 23. 11. 2008 um 20.44 Uhr
Ein mitreissender und bewegender Theaterabend mit großartigen Schauspielern und Musikern und eindringlichen Bildern!
Vielen Dank für diese Inszenierung!
Fry schrieb am 11. 11. 2008 um 23.17 Uhr
Also Besucher der Vorstellung am 8.11 kann ich mich meinen Vorkommentierern leider nicht anschließen. Ich habe in meinem Leben schon einige Theaterstücke gesehen. Leider entpuppte sich die Peer Gynt Aufführung im Schauspielhaus als einfach nur schlecht. Ohne zuviel verraten zu wollen:der Versuch Feuchtgebiete ins Altenheim zu verlegen und mit Peer Gynt zu kreuzen misslingt in jeder Hinsicht. Der Theatergruppe gelingt es zu keinem einzigen Zeitpunkt den Zuschauer zu fesseln und in die Geschichte hineinzuziehen. Man schaut teilnahmslos zu, ärgert sich über platte Witze und Fäkalhumor und fragt sich wie Peer Gynt als der \"Faust des Nordens\" gelten kann. Henrik Ibsen würde sich im Grab umdrehen. Wir sind zur Pause gegangen. Wer wirklich die Magie dieses Stückes erleben und genießen will, dem empfehle ich den Besuch einer anderen Aufführung oder das Lesen des Buches!
Heinz Bossert schrieb am 3. 11. 2008 um 15.05 Uhr
...Nach dem Erlebnis einer oeffentlichen Probe - eine Woche vor der Premiere: Eine wunderbare, begeisternde Auffuehrung, mit einem glaenzend besetzten Ensemble, einer kongenial umgestzten Buehne...
Karin Beier ueberzeugt mit einer stringenten Regieleistung, die dem Stueck eine atemberaubende Aktualitaet verleiht. Ueberzeugend auch die Integration der musikalischen Begleitung in den Fluss der Handlung.
Sehr zu empfehlen!
Willi Feldgen schrieb am 29. 10. 2008 um 19.01 Uhr
Wie schön, einen zweiten Durchlauf miterleben zu dürfen - und Zeuge der Energieleistung eines grandiosen Ensembles zu werden. Martin Reinke, vor Jahren der Star im Kölner Ensemble, überzeugt mit vielen leisen Tönen. Thilo Nest als Peers Mutter ist eine geniale Besetzung. Angelika Richter als Krankenschwester und in allen weiblichen Rollen des Stücks schaut man gerne zu - wie auch nicht! Und wie Michael Weber den tattrigen Alten gibt - das darf man nicht verpassen. Ich hab Peer Gynt nie zuvor gesehen oder gelesen, deshalb weiß ich nicht, was an Text und Spielorten hinzuerfunden worden ist. Darüber wird vielleicht diskutiert werden. Es ist aber auf jeden Fall ein großes Vergnügen, dieser Truppe in Karin Beiers Inszenierung zuzusehen - natürlich auch Michael Wittenborn, den man hier völlig anders erlebt als in "Gott des Gemetzels". Zum Schluss seien die Musiker gelobt, die fast ständig im Einsatz sind und für eine stimmige Atmosphäre sorgen.
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