
BÜHNENFASSUNG VON THOMAS DANNEMANN NACH EINER VORLAGE VON SOEREN VOIMA
BESETZUNG
Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen – unter allen deutschen Schriftstellern des 17. Jahrhunderts gebührt allein ihm weltliterarischer Rang. Sein Schelmen- und Abenteuerroman »Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch«, 1668 in fünf Büchern erschienen, gehört bis heute in den Kanon der Weltliteratur.
„Dies ist – ihr Lieben – die Beschreibung meines Lebens: Wie ich zur Welt gekommen bin und wo; was ich darinnen hab erfahren dürfen; und warum ich sie freiwillig quittiere. Wenn ich im Fortgang der Historie gezwungen bin, euch ab und an zu schildern, was ich in diesem Teutschen Krieg, in den hinein ich bin gezeuget worden, an Grausamkeit erlebt, so bitte ich, das zu verzeihn – es wird – so hoffe ich – trotz allem lustig sein, besonders aber nützlich es zu wissen.“
Grimmelshausen erzählt in seinem Roman vom Leben und Überleben einzelner in einer von Krieg und Geldgier beherrschten endzeitlichen Gesellschaft. Seine trotz aller Rückschläge selbstbewussten Gestalten sind allesamt Kinder und Opfer der Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges. Die Episoden zeugen von den Wirren des Krieges, sie führen ins Spessart in eine Einsiedelei, an den Hof in Hanau, schildern das Jägerleben in Soest, gelangen bis vor die Tore Kölns und weiter in die Abenteuer von Paris. Unsere Gegenwart im Spiegel dieses einzigartigen Materials zu betrachten, ist erschreckend, erhellend, überraschend, faszinierend: „Was oft mich betrübet und selten ergetzt, / Was war das? Ich habs in dies Buch gesetzt, / Damit sich der Leser gleich itzt tue, / Entferne der Torheit und lebe in Ruhe.“
KOMMENTAR VERFASSEN
http://www.myspace.com/la_serenissima_assoluta schrieb am 23. 6. 2009 um 15.52 Uhr
Salut!
Ich hatte am 03.05.2009 ("Kultursonntag") das große Vergnügen die Vorstellung von Halle Kalk´s "Simplicissimus Teutsch" genießen dürfen!
Es ist eine sehr große Leistung, dass Grauen und den absoluten, für uns moderne Menschen kaum noch realisierbaren, Irrsinn des
30-jährigen Krieges so intensiv und beängstigend-berührend begreifbar, erlebbar und fühlbar zu machen.
Ich (Jg. 1984) bin seit meinem 7. Lebensjahr mit dem Werk von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen sehr vertraut und ich gebe offen zu, dass ich mit sehr gemischten Gefühlen das Stück besucht habe, da mir zu modern inszenierte Theaterstücke vergangener Epochen und Jahrhunderte nicht sonderlich zusagen.
Bei dieser Inszenierung war es doch gänzlich anders und ich muss den Schauspielernn Herrn Kalk und dem Rest des Teams ein großes Kompliment zusprechen:
Ihr habt mehr als ganze Arbeit geleistet, solch eine großartige Vorstellung habe ich selten miterleben dürfen!
Meine besonderen Komplimente und Grüße möchte ich hiermit an Herrn Andreas Schlager richten;
Sie waren wie immer absolut einmalig, ich besuche schon seit vielen Jahren sehr gerne Ihre Vorstellungen und bin jedes Mal mehr als angetan; nicht nur von Ihrer mitreißenden Art zu spielen und Ihren Rollen Leben einzuhauchen, sondern vor allem von Ihnen als Mensch.
Es würde mich unendlich freuen, wenn sich irgendwann einmal die Gelegenheit ergeben würde, eine gepflegte Tasse Tee miteinader zu trinken :)
A bientôt, ich habe die Ehre & c.,
Vanessa-Anastasia Merten
Kölnerin schrieb am 4. 5. 2009 um 13.45 Uhr
Vorstellung am 03.05.09 ("Kultursonntag")
Mensch, wie schade, dass es gestern so leer war! Das hat diese rasante,kraftvolle Inszenierung nicht verdient. Trotzdem spielten sich alle DarstellerInnen auch für uns wenige die Seele aus dem Leib. Danke!!!
Wieder fand ich es beeindruckend, wie aus der öden Halle Kalk plötzlich ein Schauplatz des 30-jährigen Krieges wird. Wie das Grauen des Krieges, die Verzweiflung und der Wahnsinn anfangen, aus allen Ecken zu kriechen und sich langsam in Hirn und Herz fressen. Das Bild des brennenden Altares ist unvergeßlich.
(Und: lieber Michael Weber, ihr sssswedischer Akzent ist sssssooo süß!)
EinfachEinfach schrieb am 3. 5. 2009 um 22.17 Uhr
Einfach super!
Halle Kalk rockt - Leute, einfach mal hingehen und keine Angst vor der Schäl sick haben!
Kölnerin schrieb am 11. 2. 2009 um 15.53 Uhr
Ein großartiger Abend und eine mitreißende Inszenierung! Das Feuer, der Nebel, die Schrecken des Krieges so faßbar und unmittelbar vor Augen. Dazu die geradezu unheimlich gut passende Atmosphäre der Fabrikhalle, die sich in eine zerstörte Kirche verwandelt. Ich war völlig hingerissen! Die Schauspieler wälzen sich in Blut und Matsch und Dreck und spielen quasi um ihr Leben.
Auf erschreckende Weise wird hier der Dreißigjährige Krieg wieder lebendig und es ist, als ob man dessen unfassbares Leid miterlebt.
Am Freitagabend spielte die Regieassistentin für die erkrankte Schauspielerin und ich möchte ihr meine Hochachtung ausdrücken; das war ausgezeichnet! Wer diese Inszenierung verpasst, ist selber schuld.
Arno Tabertshofer schrieb am 6. 2. 2009 um 09.08 Uhr
Unfaßbar, daß es zu dieser Inszenierung noch keine Kommentare geben soll.... Wir waren gestern, 5. Februar, in der Halle Kalk und sind immer noch ganz begeistert!
Entgegen der Kritik der Kölner Hofpresse fanden wir nicht nur die Schauspieler grandios (ganz besonders: Michael Weber***, Jan-Peter Kampwirth****** und Lina Beckmann***** - die gute, alte Sternchenwertung auf den Wunschzetteln - Ihr wisst schon) sondern auch die Inszenierung faszinierend. Der Raum wurde wunderbar und fantasievoll bespielt – immer aber das Ziel vor Augen, die Geschichte zu erzählen. Einfach ein Genuss – und die vier Stunden wurden uns nicht lang.
Leider war der Besuch der Vorstellung gestern sehr mäßig. Das Publikum aber am Ende fleißig klatschend mit zahlreichen Juchzern und Jäjäjäjä-Rufen (auch von mir, hihi). Wir sagen: Unbedingt hingehen!
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