
JULI ZEH
Kölner Fassung von Jette Steckel und Sybille Meier unter Verwendung der Bearbeitung von Bernhard Studlar
BESETZUNG
Die 14jährige Ada ist neu am Bonner Privatgymnasium „Ernst Bloch“. Von der letzten Schule geflogen, weil sie einem älteren Schüler das Nasenbein zertrümmert hat, gilt sie dennoch als hochbegabt, liest, „wie man Stämme in ein Sägewerk schiebt“, ist nicht schön und joggt um ihr Leben. Eine „Urenkelin der Nihilisten“, so versteht sie sich selbst. In einer Welt der moralischen Orientierungslosigkeit und ohne erkennbare Ideale sucht sie nach existenzieller Bedeutung. Endlich findet sie in ihrem neuen Mitschüler Alev einen ebenbürtigen Partner, hochintelligent, jedoch mit der „Kälte und Härte eines Wahnsinnigen“. Tiefer und tiefer geraten sie in den Strudel ihrer Obsessionen und treiben mit ihrem Lehrer Smutek ein perfides Spiel, das schließlich in brutalem Ernst mündet. „Wenn das alles ein Spiel ist, sind wir verloren. Wenn nicht – erst recht.“ Geht es um nichts als „die Befriedigung des Spieltriebs“ oder bleibt immer ein Rest Sehnsucht nach Utopie? Ada und Alev stellen ihre eigenen Regeln auf, in der „das Spiel als letzte uns verbliebene Seinsform“ im Mikrokosmos ausgeschöpft wird.
Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, studiert Jura in Passau, zugleich Schreiben am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Sie wurde für ihre Bücher vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Bücherpreis, dem Hölderlin-Förderpreis und dem Kölner „Jürgen Bansemer & Ute Nyssen Dramatiker Preis“ 2008. Sie lebt und arbeitet als Autorin und freie Journalistin in Leipzig und promoviert in Völkerrecht.
KOMMENTAR VERFASSEN
Neugast schrieb am 14. 4. 2009 um 19.31 Uhr
Ein ideenreiches und lebendiges Bühnenbild, eine toll gespielte Ada, die anderen Figuren bleiben leider etwas pappig, und ob man da wirklich nicht noch etwas hätte kürzen können?
Aber die zentrale Frage für mich ist, wo es solche nihilistischen Jugendlichen heute tatsächlich gibt.
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