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TRAILER
HAROLD PINTER
BESETZUNG
„In das Leben eines andren einzudringen“, sagt Pinter, „ist schrecklich. Anderen einen Einblick zu gewähren in die Armut in uns selbst, ist eine Angst erregende Möglichkeit.“
Ein Haus an der Küste eines Seebadeortes, das auf der Liste der Urlaubspensionen eingetragen ist. Die Inhaber sind das ältere Ehepaar Petey und Meg Boles. Petey verdingt sich als Liegestuhl-Kontrolleur, seine Frau Meg führt den Haushalt und unterhält die kleine Pension. Als einziger Gast logiert Stanley, ein Mann Ende 30, bei ihnen, ein ehemaliger Klavierspieler, der früher schon einmal bei ihnen war und in der Band auf dem Pier gespielt hat. Seit fast einem Jahr ist er nach seinem Verschwinden wieder zurück. Beim Frühstück erzählt Petey seiner Frau, gestern Abend hätten ihn zwei Männer angesprochen und sich erkundigt, ob sie für ein paar Nächte in der Pension unterkommen könnten, sie wollten heute einmal vorbeischauen. Und tatsächlich stehen plötzlich die beiden Fremden Goldberg und McCann mit Aktentasche und zwei Koffern in der Tür. Sie quartieren sich für einen, wie sie sagen, Kurzurlaub ein. Als sie erfahren, dass Stanley heute Geburtstag hat, bieten sie sich höflich an, am Abend die Geburtstagsfeier zu gestalten. Aus einem harmlosen Blindekuhspiel entwickelt sich ein Albtraum…
„Wir sind“, so Pinter, „alle in dieser Situation, alle in einem Zimmer, und draußen eine Welt mit den Eigenschaften, die wir ja kennen, eine Welt, die unerklärlich ist, furchterregend, seltsam, bedenklich.“ Es gibt etwas in unserer Vergangenheit, das einen quälend, verstörend und beängstigend immer wieder einholt, eine namenlose und geheime Angst, vieldeutig, unbestimmt und unvorhersehbar.
Harold Pinter erhielt im Oktober 2005, fast zeitgleich zu seinem fünfundsiebzigsten Geburtstag, den Nobelpreis für Literatur – die Schwedische Akademie begründete ihre Entscheidung damit, dass er „in seinen Dramen den Abgrund unter dem Alltagsgeschwätz freilegt und in den geschlossenen Raum der Unterdrückung einbricht.“ Der schwer an Krebs erkrankte Pinter konnte die Auszeichnung in Stockholm nicht persönlich entgegen nehmen. Seine Dankesrede verlas er am 7. Dezember in London per Videoaufzeichnung. Vergangenes Jahr, an Heiligabend 2008, erlag der große englische Dramatiker, Lyriker, Drehbuchautor, Schauspieler, Regisseur und politische Aktivist in London seinem Leiden. Mit seinem frühen Stück, der schwarzen Komödie „Die Geburtstagsfeier“ aus dem Jahr 1958 wollen wir seiner und seines Todes gedenken. Der ausgewiesene Pinter-Spezialist Jürgen Kruse, der in der letzten Spielzeit „Beat Generation“ von Jack Kerouac uraufführte, arrangiert die Gedenkfeier.
Pressestimmen:
„Ein wunderbares furchteinflößendes Stück“
„Diese Geburtstagsfeier ist ein dionysisches Sprachfest“
(Kölner Stadtanzeiger, Christian Bos)
„In Kölns Schlosserei reißt die Gitarre den Blues man hört Meeresrauschen, Möwengeschrei, das Tuten von Schiffen und immer wieder girrendes Lachen zweier Sirenen und Nymphchen, die über die Veranda huschen oder sich das Haar kämmen wie eingemeindete Loreleien.“
(nachtkritik, Andreas Wilink)
„Dass Jürgen Kruse immer noch für Überraschungen gut ist, das beweist der einstige Bochumer Hausregisseur jetzt am Schauspiel Köln. Zu Harold Pinters bizarrem Theater der existenziellen Ängste und menschlicher Verlorenheit hatte der Theatermacher schon immer eine besondere Beziehung, Was sich in seiner Inszenierung des Frühwerks 2Die Geburtstagsfeier“ (1957) manifestiert: Ganz dem Text ergeben feilt er da liebevoll an jeder Szene, jedem Auftritt. Dass sich die Aufführung dabei über drei stunden dehnt, spürt man fast nicht – noch jeder Stille wohnt hier Spannung inne, noch jeden Solo die vitale Lust an der Improvisation.“
(WE Kultur, Arnold Hohmann)
„Das Stück „Die Geburtstagsfeier ist eine verrückte Mischung aus undurchschaubarem Krimi und surrealer Albtraumwelt. Die Inszenierung wird dieser rätselhaft-gruseligen Grundstimmung in jeder Minute gerecht. Streckenweise wirkt die Aufführung wie ein hochwertiger Kinofilm, dafür sorgen neben den brillanten Schauspielern auch die gelungene Bühnen- und Lichtgestaltung.“
(WDR Lokalzeit, Gerrit Busmann)
KOMMENTAR VERFASSEN
Ron schrieb am 29. 5. 2010 um 17.56 Uhr
Schön, dass ihr die Geburtstagsfeier wieder spielt!
Viel Erfolg damit weiterhin! Kann es jedem nur empfehlen. Eine der besten Inszenierungen Deutschlands!
Haut rein und immer weiter so!
Kölnerin schrieb am 22. 4. 2010 um 14.03 Uhr
Endlich habe ich diese interessante und gelungene Inszneierung auch mal gesehen! Wenn sich der Vorhang öffnet, ist man erst einmal gefangen und muss in jede Ecke dieses vielschichtigen (im Wortsinne) und raffinierten Bühnenbildes sehen. Ich bin jetzt mal reaktionär, aber es ist SOO SCHÖÖÖN, mal ein RICHTIGES Bühnenbild zu sehen, in das man sich fast reinlegen möchte. Gut, es ist schon anstrengend, drei Stunden auf den unbequemen Stühlen zu hocken, aber es lohnt sich trotzdem.
Wie hier eine dischte Atmosphäre erzeugt wird, ist schon meisterhaft. Michael Weber schafft es wieder, in seiner witzigen und sympathischen Art die aktuelle Tagespolitik einzubauen ("Der Ratsbeschluss") und J.P. Kampwirth war in diesem Stück besonders gut. Er legt die Figur zwischen Karikatur und Psychopath an und wirkt gleichzeitig witzig und bedrohlich. Die Darstellerin der Pensionswirtin fand ich auch hervorragend, wie sie eine dieser gräßlichen Nervensägen porträtiert. Sehr gelungener Theaterabend und die Karte für die letzte Vorstellung ist schon gekauft!
frau k. schrieb am 17. 4. 2010 um 21.44 Uhr
vielen dank für die wiederaufnahme.
bei diesem stück stimmt einfach alles: bühnenbild, kostüme, musik und jede, jeder einzelne der darsteller - einfach wunderbar und grauenhaft.
frau k. schrieb am 22. 1. 2010 um 10.14 Uhr
rock n roll und leises grauen.
ich wünsche mir eine baldige wiederaufnahme in aktueller besetzung.
Darian schrieb am 7. 6. 2009 um 12.10 Uhr
Ein Briefchen:
Sehr geehrter Quentin Tarantino,
sollten Sie jemals erwägen eine Theateraufführung unter Anwendung Ihres congenialen Soseins zu produzieren, rate ich Ihnen an dieser Stelle:
Lassen Sie es sein!
Das mit Ihrem Namen verbundene "Kultpotential" zu erreichen (dieses Wort hat leider seine Bedeutung fast schon verloren) ist an diesem Abend mühelos gelungen. Ich möchte Sie aber hiermit einladen mich zur nächsten oder übernächsten Vorstellung zu begleiten. Das Theater hat jetzt (Mr. White und Mr. Blonde sei Dank) seinen eigenen Tarantino.
Mit motherf...ing Grüßen
Darian ;-)
Ferdinand Mander schrieb am 5. 5. 2009 um 23.33 Uhr
Ist eigentlich niemandem aufgefallen, daß dieses Stück erst vor zwei Spielzeiten zuletzt am Schauspiel Köln inszeniert worden ist?
SCHAUSPIEL KÖLN: Sehr geehrter Herr Mander,
doch, doch, das ist uns nicht entgangen. In der Zwischenzeit ist Harold Pinter allerdings verstorben, an Heiligabend 2008. Das war für uns Grund genug, kurz entschlossen zu reagieren und mit seinem frühen Stück „Die Geburtstagsfeier“ an den großen Dramatiker, Lyriker, Drehbuchautor, Schauspieler, Regisseur und politischen Aktivisten zu erinnern. Zumal kein geringerer als der ausgewiesene Pinter-Spezialist Jürgen Kruse „Die Geburtstagsfeier“ zu seinem Gedenken inszeniert. Die Inszenierung wird sich deutlich von der vorherigen unterscheiden.
Mit besten Grüßen,
Ihr Schauspiel Köln
Ilona Lenk schrieb am 23. 4. 2009 um 00.18 Uhr
Auf eines der nutzlosesten aller Feste - das in-die-Welt-geworfen-sein eines Menschen! Freu mich auf den 6.6.! IL
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