
CARLO GOLDONI
Teil I: Letizia Russo nach Carlo Goldoni, übersetzt von Sabine Heymann
Teil II: Carlo Goldoni, übersetzt von Heinz von Cramer
Teil III: Antonio Latella, Letizia Russo
Eine zweisprachige Inszenierung mit deutschen und italienischen SchauspielerInnen
BESETZUNG
»Il dolce far niente«, das süße Nichtstun, verheißt wie jedes Jahr die Ferienzeit in der Toskana. Schon herrscht Aufbruchstimmung in den Häusern Leonardos und Filippos, denn der Landurlaub auf Italienisch ist ein Muss für alle Schönen und Reichen, die etwas auf sich halten. Geschäftig trifft man die letzten Vorbereitungen, häuft Schulden über Schulden an, um die neueste Mode im Gepäck zu haben. Vor allem denkt man jetzt an eins: das – möglichst lukrative – Heiraten. So wird die Ehe zwischen Giacinta, der freiheitsliebenden Tochter Filippos, und dem überschuldeten Leonardo noch schnell mit Hilfe von Intrigen und des Hausfreundes Fulgenzio beschlossen, obwohl Giacinta nicht in ihn, sondern in Guglielmo verliebt ist. Der wiederum wurde längst von Leonardos Schwester Vittoria ins Visier genommen. Doch was einzig zählt, ist der schöne Schein.
Nach vielem Hin- und Her findet man sich endlich auf den Landsitzen ein, um sich königlich beim täglichen Zeitvertreib zu amüsieren. Man trinkt, flirtet, spielt – nicht nur um Geld, sondern jedem etwas vor – und achtet auf seinen guten Ruf. Am Ende wird geheiratet, was das Zeug hält, und von Liebe keine Spur. Die ferienfreudige Gesellschaft entpuppt sich als ein Haufen von Lügnern, Schmarotzern und Liebeskranken, die sich hoffnungslos in die eigenen Verstellungen verstricken und aus Gründen der »Vernunft« das persönliche Glück der bürgerlichen Konvention opfern. »Die Trilogie der Sommerfrische« (1758/1759), deren einzelne Teile der Autor charakteristisch als die »aberwitzigen Vorbereitungen«, das »unsinnige Benehmen« und die »schmerzlichen Folgen« bezeichnete, wird von dem italienischen Regisseur Antonio Latella als zweisprachiges Projekt inszeniert werden. Mit italienischen und deutschen Schauspielern und Schauspielerinnen begibt er sich auf eine Urlaubsreise durch die Jahrhunderte, die in unserer Gegenwart beginnt und im 18. Jahrhundert Goldonis endet. Und so fängt alles an: Die deutsche Familie Filippos und die italienische Familie Leonardos fahren gemeinsam in die Ferien in die Toskana…
Gefördert von der Kunststiftung NRW
KOMMENTAR VERFASSEN
Candis Buvoir schrieb am 12. 6. 2008 um 19.26 Uhr
Vor allem im zweiten und dritten Teil bietet sich hier das beste Theater, das ich je gesehen habe!
Diese Schauspieler!
Diese Rhythmik!
Diese Choreographie!
Dieser wundervolle Einsatz von Licht und Musik!
Wahrlich eine Schande, dass dieses Spektakel stets vor fast leeren Rängen statt findet.
Endlos schrieb am 20. 4. 2008 um 15.46 Uhr
Das BESTE Stück bisher in der neuen Spielzeit!
Michael Vogt schrieb am 19. 4. 2008 um 02.36 Uhr
Heute, mein zweiter Besuch aber welche Freude an den grandiosen Schauspielern, der Regie und der Atmosphäre im Theater!
Habe nicht viel Geld, dazu eine lange Anfahrt – ich bereue nichts.
Michael Vogt schrieb am 2. 4. 2008 um 02.20 Uhr
Vorstellung am 1. April 2008
Bravissimo!!!
Im dritten Akt waren wir – Schauspieler und Publikum – unter uns.
Wie schade und wie schön. Bravissimo!!!
werner deuß schrieb am 31. 3. 2008 um 13.20 Uhr
Sehr geehrter herr bos vom ksta,
zu Ihrer theaterkritik "die süsse qual der ferien" lässt sicht folgendes sagen, wobei ich gern Ihre eigenen statements in "anführung" wiederhole.
"Der Plot ist simpel genug". in der tat. und zwar so simpel, dass er gerade mal ausreichend wäre für eine mittelmäßige kurzgeschichte.
-kurze pause.- aber nicht für einen 5 stunden schinken.-kurze pause.
"Dieser hochmusikalische Umgang mit dem Text ist die wahre Stärke der Inszenierung".-kurze pause. allerdings bekomme ich den authentischer, wenn ich
samstags abends in ehrenfeld in eine pizzeria gehe und mir die -bei überfüllung des lokals- aufgeregten kellner und den patrone anhöre.-kurze pause.
"Costanza (Birgit Walter) schnappt sich flugs einen nackten Diener. Ganz buchstäblich, indem sie ihn kurzentschlossen am Gemächt packt und hinter sich herzieht".
-kurze pause.
ob das wirklich positiv erwähnenswert für eine aufführung deutscher theaterkunst ist? kriege ich überall zu sehen, brauche ich nicht noch mal auf der bühne zu haben.-kurze pause.
und das alles nach drei stunden, in denen besagte schauspielerin zwar auf der bühne stand, aber noch keinen auftritt hatte: wie übrigens die meisten renommierten darsteller, die
stundenlang - ja wirklich, stundenlang- nur als statisten fungieren mussten.-kurze pause. ist das perfekte inszenierungskunst?-kurze pause.
"Am Zeitsparendsten geht man vor, wenn man sich diese lange, lohnende Sommerfrische anschaut," was ist das für eine verquere logik?-kurze pause.
mir tut jede minute leid, die ich ansehen musste. wie den meisten zuschauern, die in der pause verschwanden.sie verwandelten diese pause in einen lange
ersehnten nachhause weg. hoffentlich nicht in eine dauerpause vor dem nächsten theaterbesuch. so vergrällt man sich das publikum.
"Bravorufe für Antonio Latella, Ovationen für das Ensemble." und für alle schauspieler, die diesen langen text hatten auswendig lernen müssen.
welche verschwendung....
Heinz Werner Gottlob schrieb am 30. 3. 2008 um 12.06 Uhr
Wunderbare Schauspieler mit begeisternder Spielfreude, die im Verlauf zunehmend das Publikum ergreift, man freut sich nach jeder Pause auf die darstellenden Personen, großartig alle, voran Anja La`is. Anfangs habe ich versucht, den italienisch gesprochenen Text in der über der Bühne laufenden deutschen
Übersetzung zu erfassen, mich aber im Laufe des
Stücks zunehmend der Melodie und dem Rhythmus des gesprochenen Wortes und der Darstellerkraft
hingegeben. Durch solch eine lange Aufführung
hat man Gelegenheit, sich vertraut zu machen mit den Personen, der Handlung, der Zeit, in
der sie spielt und Bezügen zu heute, mit der reduzierten und doch beeindruckenden
Bühnengestaltung. Das kurzweilig und geistreich inszenierte Stück verging wie im Flug, hat aber eine sehr nachhaltige Wirkung. Ein wunderbarer Theaterabend.
Pia Martina Hoffmann schrieb am 29. 3. 2008 um 14.50 Uhr
Wir sind eher zufällig und unvorbereitet ins Theater geraten, nach einem langen Arbeitstag, zunächst irritiert wegen der Zweisprachigkeit und der langen Spieldauer und der etwas anstrengenden Anfangssequenz.Das Stück zieht aber im Verlauf zunehmend in Bann und nach mehr als 4 Stunden Spieldauer ist man fast betrübt, sich von den großartigen Darstellern und vom Stück verabschieden zu müssen. Es ist ein Theaterabend, der nachwirkt, der Spuren hinterläßt, den man nicht verpassen sollte.Welches Glück, in Köln endlich wieder
solche Theatererlebnisse genießen zu können!!Die neue Intendantin hat das Haus zu neuem Leben erweckt.
Dr. Gottfried Schumann schrieb am 28. 3. 2008 um 20.52 Uhr
Habe eine hochklassige und überaus geistvolle Inszenierung bei der Generalprobe erlebt.
Dr. Gottfried Schumann, Hamm
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